Copyright © 2011 M.Fuhrmann - Alle Rechte bei  Ev.-Luth. Kirchgemeinde Grabow; Kirchenplatz 2 in 19300 Grabow/Meckl. ..../..../Kirche näher betrachtet Reichlich Freiraum Grundschule und Kirchgemeinden unterschreiben Kooperationsvertrag Grabow. Kinder in ihrer Persönlichkeit zu stärken und ihnen die Möglichkeit zu geben Konfliktsituationen zu erkennen und mit ihnen umgehen zu lernen, das Miteinander zu fördern und damit die Voraussetzungen für einen harmonischen Umgang untereinander zu schaffen, das war der Ausgangspunkt für die Kirchgemeinde Grabow, als man vor zwei Jahren in Zusammenarbeit mit der Grundschule „Eldekinder“ das Projekt „Einer Idee Raum geben“ auf den Weg brachte. Gelebt wurde das Projekt von Schülerinnen und Schülern der dritten und vierten Klassen, die in verschiedenen Angebotsstunden im Rahmen der vollen Halbtagsschule unterschiedlichsten Interessen nachgehen konnten. Dazu gehörte unter anderem der von Ricarda Wenzel geleitete Kurs der Streitschlichter. Doch wie bei allen Projekten sind neben ehrenamtlichem Engagement auch finanzielle Förderungen nötig, die hier seitens der Landeskirche und der Kirchgemeinden Grabow und Neese geflossen sind. Mit Beginn des Schuljahres soll nun ein weiteres Projekt unter dem Namen „Reichlich Freiraum“ auf den Weg gebracht werden, ein Wunsch, der vor allem von den Kindern ausging und dem sich Schulleitung und Kirchgemeinden auch künftig nicht verschließen wollen. Aus diesem Grund unterzeichneten am Donnerstag Propst Matthias Wanckel und Schulleiterin Andrea Fuhrmann einen Kooperationsvertrag, der die gemeinsamen Ziele und Forderungen an den anderen Partner genau festschreibt und somit auch Sicherheit und Richtung für die kommen zwei Jahre vorgibt. Erfreut über die erneut besiegelte Zusammenarbeit zeigten sich nicht nur die anwesenden Erwachsenen, sondern vor allem die Kinder, wie Bruno Thienelt, der sich durch Nachfrage noch einmal ganz genau davon überzeugen wollte, auch weiterhin im Angebot der Streitschlichter mitmachen zu können. Zu den Angeboten, für die seitens der Schule ein sehr schöner Raum zur Verfügung gestellt wurde,  gehören neben den Streitschlichtern aber auch noch viele andere Angebote, wie Ricarda Wenzel betonte: „Reichlich Freiraum – dahinter verbergen sich Angebote für einzelne Schüler, aber auch Beratung für Eltern oder Angebote für viele Kinder, wie die Streitschlichter, Kartenspielen und Filzen oder sogar für ganze Klassen, wie zum Beispiel das Projekt des sozialen Lernens. Dazu kommt die Möglichkeit hier in diesem Raum einmal wöchentlich die Christenlehre durchzuführen, Lehrern die Möglichkeit zu einem privaten Treff zu geben und der Elterntreff, der alle sechs Wochen stattfindet und zu dem alle Eltern eingeladen sind, die Gesprächsbedarf haben oder einfach nur mal mit anderen Eltern in Erfahrungsaustausch kommen wollen.“ Besonders positiv hervorzuheben ist dabei, dass auch das Thema Integration von Behinderten in dem Projekt eine Rolle spielt. Bernd Kruse, seit seiner Geburt spastisch gelähmt, wird künftig mit den Kindern gemeinsam Karten spielen und ihnen damit zeigen, dass Behinderung kein Grund für Angst, Scheu oder gar Aggressionen sein darf und Menschen mit Behinderungen durchaus genauso Freude am Leben haben. Der 59jährige freut sich sehr auf die Aufgabe, seine Erfahrungen an die Kinder weitergeben zu können und hofft damit, auch Grenzen abzubauen. Für Peter Schneider, der ab der nächsten Woche zu den Kartenspielern gehört, sind solche Grenzen unverständlich: „Ich habe kein Problem damit, dass Herr Kruse behindert ist. Er kann super Skat spielen und das will ich von ihm lernen.“ Mit dem Kooperationsvertrag sind die Weichen für die kommenden beiden Schuljahre gestellt. Und auch Schulleiterin Andrea Fuhrmann ist sich sicher, hier einen kompetenten und engagierten Partner gefunden zu haben. „Ziel der Grundschule ist ja auch Partner außerhalb der Schule zu finden. Die Kirche hier zu uns herein zu holen, hat in der Vergangenheit zu einer tollen Zusammenarbeit geführt, die wir gern fortsetzen möchten. Und deshalb freue ich mich, dass wir dies nun mit unserer Unterschrift besiegeln konnten.“, so Fuhrmann abschließend.   Meinungen von Kindern: Peter Schneider: „Ich spiele total gerne Karten. Und ich freue mich auf das neue Angebot. Herr Kruse wird uns bestimmt viel zeigen können. Ich finde, er ist ein ganz normaler Mensch, nur dass er eben richtig gut Skat spielen kann.“   Chantal Stuth: „ Ich mach bei den Streitschlichtern mit. Eigentlich wusste ich erst gar nicht, was das ist und habe eigentlich nur aus Neugier mitgemacht. Aber es macht richtig viel Spaß. Am besten finde ich den Gefühlswürfel. Mit dem kann man zeigen, wie man sich gerade fühlt und ob man traurig oder fröhlich ist. Und dann reden wir darüber.“   Brunow Thienelt: „Ich finde das richtig gut, dass die jetzt den Vertrag unterschrieben haben. Schon komisch, mal dabei zu sein, wenn Erwachsene so was machen. Aber was zählt ist, dass wir weiter machen können. Ich bin auch bei den Streitschlichtern. Und vielleicht kann ich ja später mal helfen, wenn sich zwei streiten, denn streiten ist doof.“ Text und Fotos: Diana Ottoberg Kirche näher betrachtet ... www.kirche-grabow.de